Mallorca mit Kindern – unser Familienguide aus eigener Erfahrung

Mallorca mit Kindern kann unglaublich vielseitig sein – wenn man die Insel nicht nur vom Hotel oder vom nächsten Strand aus erlebt. Wir verbringen seit Jahren viel Zeit auf Mallorca und sind mit unseren Kindern auf der ganzen Insel unterwegs. Dabei haben wir Orte entdeckt, die wir immer wieder besuchen, aber auch einige bekannte „Must-sees“, die wir Familien eher nicht empfehlen würden.

In diesem Guide zeigen wir euch Mallorca so, wie wir die Insel selbst erleben: unsere Lieblingsstrände, Ausflüge, Märkte und Wanderungen, aber auch ganz praktische Tipps zu Mietwagen, Reisezeit und der Frage, in welcher Region man mit Kindern am besten wohnt.

Warum Mallorca mit Kindern so gut funktioniert

Für uns liegt der größte Vorteil Mallorcas in der Vielfalt. An einem Tag verbringen wir den Tag an einer geschützten Bucht, am nächsten wandern wir durch die Tramuntana, besuchen einen Wochenmarkt oder fahren nach Palma. Die Entfernungen sind überschaubar, sodass sich auch mit Kindern sehr unterschiedliche Tage gestalten lassen.

Gerade deshalb würden wir Mallorca mit Kindern nicht als klassischen Hotelurlaub planen. Wer die Insel wirklich kennenlernen möchte, sollte mobil sein und sich Zeit nehmen, unterschiedliche Regionen zu entdecken.

Unsere Lieblingsstrände auf Mallorca mit Kindern

Natürlich gibt es auf Mallorca unzählige schöne Strände. Für uns zählt aber nicht nur, wie eine Bucht auf einem Foto aussieht. Mit Kindern sind flaches Wasser, ausreichend Platz, eine unkomplizierte Anfahrt und die Möglichkeit, zwischendurch etwas zu essen oder zu trinken, mindestens genauso wichtig.

Drei Strände besuchen wir deshalb besonders gerne:

S’Arenal in Portocolom

Einer unserer Favoriten mit Kindern. Das Wasser ist lange flach, und besonders beliebt ist bei unseren Kindern die Badeplattform mit Rutsche im Wasser. Direkt am Strand gibt es außerdem zwei gute Chiringuitos. Für uns ist das genau die Mischung, die einen entspannten Strandtag als Familie ausmacht.

Cala Mondragó und S’Amarador

Cala Mondragó liegt in einem wunderschönen Naturgebiet und eignet sich mit Kindern sehr gut, weil der Strand relativ breit ist und das Wasser flach ins Meer abfällt. Besonders schön finden wir, dass man von hier zu Fuß zur benachbarten S’Amarador gehen kann. So lassen sich zwei unterschiedliche Buchten problemlos miteinander verbinden.

Cala Marçal

Cala Marçal bei Portocolom ist ebenfalls einer unserer Familienfavoriten. Die Bucht selbst ist eher schmal, der Strand bietet aber überraschend viel Platz. Es gibt Tretboote, häufig Beachvolleyball, ein gutes Chiringuito und mehrere Restaurants in unmittelbarer Nähe. Dadurch kann man hier problemlos einen ganzen Tag verbringen.

Welche berühmten Mallorca-Strände wir eher nicht empfehlen

Einige der bekanntesten Buchten Mallorcas sehen auf Fotos spektakulär aus. Trotzdem würden wir sie Familien nicht automatisch empfehlen. Gerade bei manchen Instagram-Hotspots stehen für uns Aufwand und Erlebnis inzwischen nicht mehr im richtigen Verhältnis.

Caló des Moro und Cala Varques

Caló des Moro und Cala Varques sind landschaftlich ohne Frage wunderschön. Das Problem ist für uns die Kombination aus schwieriger Parksituation, teilweise längeren Fußwegen und sehr vielen Besuchern. Gerade mit Kindern würden wir dafür nicht einen halben Urlaubstag einplanen, wenn es auf Mallorca zahlreiche andere wunderschöne Buchten gibt, die wesentlich entspannter zu erreichen sind.

Cap Formentor

Auch Cap Formentor gehört zu den Orten, die in fast jedem Mallorca-Reiseführer auftauchen. Für uns persönlich steht die relativ aufwendige Anfahrt jedoch nicht im Verhältnis zu dem, was man dort erlebt. Wer nur wenige Tage auf Mallorca hat, dem würden wir andere Ausflüge deutlich eher empfehlen.

Wichtig: Das ist natürlich unsere persönliche Einschätzung. Andere Familien können diese Orte ganz anders erleben. Genau deshalb möchten wir auf WIR 5 AUF ACHSE nicht einfach Sehenswürdigkeiten abhaken, sondern zeigen, was wir selbst wieder machen würden – und was eher nicht.

Unsere schönsten Ausflüge auf Mallorca mit Kindern

Mallorca kann mit Kindern viel mehr als Strand und Pool. Einige unserer schönsten Tage auf der Insel verbringen wir unterwegs – in den Bergen, auf Märkten, in kleinen Orten oder einfach dort, wo Mallorca noch sehr ursprünglich wirkt. Diese Ausflüge würden wir jederzeit wieder machen.

Sant Salvador – Aussicht und Sonnenuntergang

Sant Salvador gehört für uns zu den Orten, die man auf Mallorca erlebt haben sollte. Schon die Fahrt hinauf ist schön, oben angekommen hat man einen fantastischen Blick über weite Teile der Insel. Besonders gerne fahren wir gegen Abend hinauf. Der Sonnenuntergang und die Aussicht über Mallorca sind für uns jedes Mal wieder etwas Besonderes.

Es Salt des Freu bei Orient

Es Salt des Freu bei Orient lässt sich wunderbar mit einem Ausflug in die Tramuntana verbinden. Der Weg dorthin ist auch mit Kindern gut als kleines Naturerlebnis machbar. Besonders interessant ist der Wasserfall natürlich dann, wenn zuvor ausreichend Regen gefallen ist – im trockenen Sommer kann das Erlebnis entsprechend anders aussehen.

Pollença und die Altstadt von Alcúdia

Wenn wir Stadt und typisch mallorquinisches Flair miteinander verbinden möchten, gehören Pollença und die Altstadt von Alcúdia zu unseren Favoriten. Beide Orte lassen sich gut mit einem Marktbesuch kombinieren und sind für uns eine schöne Alternative zu einem reinen Strandtag.

Die Wochenmärkte in Sineu und Pollença

Mindestens einen richtigen Wochenmarkt würden wir bei einem Mallorca-Urlaub einplanen. Besonders gerne mögen wir die Märkte in Sineu und Pollença. Hier geht es für uns nicht nur ums Einkaufen: Durch die Gassen laufen, regionale Produkte entdecken, etwas essen und das Treiben beobachten gehört für uns einfach zu Mallorca dazu.

Palma und die Markthallen

Palma sollte auch bei einem Familienurlaub nicht fehlen. Wir würden allerdings nicht versuchen, möglichst viele Sehenswürdigkeiten an einem Tag abzuhaken. Lieber durch die Altstadt laufen, zwischendurch eine Markthalle besuchen, etwas essen und die Stadt entspannt erleben.

Rafa Nadal Academy und Museum in Manacor

Gerade für sportbegeisterte Familien ist die Rafa Nadal Academy in Manacor einen Besuch wert. Das Museum lässt sich gut in einen halben Ausflugstag integrieren. Anschließend bleibt noch genügend Zeit für Pool oder Strand.

Eine Bootstour mit Schwimmen oder Angeln

Mallorca vom Wasser aus zu erleben, gehört für uns ebenfalls dazu. Besonders mit Kindern würden wir nicht nur eine klassische Sightseeing-Tour wählen, sondern eine Bootsfahrt, bei der unterwegs geschwommen oder vielleicht sogar geangelt werden kann. Das macht aus der Bootsfahrt ein echtes Erlebnis.

Wo auf Mallorca mit Kindern wohnen?

Wenn uns Familien fragen, welche Region Mallorcas wir empfehlen würden, ist unsere Antwort ziemlich eindeutig: Wir würden den Osten der Insel wählen.

Der Osten Mallorcas fühlt sich für uns in vielen Orten noch deutlich mallorquinischer an als einige der großen Ferienregionen. Es gibt weniger internationale Dauerbewohner, viele Restaurants und Geschäfte werden von Mallorquinern geführt und gleichzeitig erreicht man wunderschöne Buchten, kleine Orte und Ausflugsziele schnell mit dem Auto.

Besonders die Gegend rund um Portocolom mögen wir sehr. Von hier lassen sich Strandtage, kleine Hafenorte, Märkte und Ausflüge gut miteinander kombinieren.

Finca, Ferienwohnung oder Hotel?

Das hängt natürlich davon ab, wie man Urlaub machen möchte. Für uns passt zu Mallorca mit Kindern aber eine Unterkunft, von der aus man flexibel unterwegs sein kann. Wer den gesamten Urlaub in einer großen Hotelanlage verbringt, erlebt aus unserer Sicht nur einen kleinen Teil dessen, was Mallorca ausmacht.

Eine Finca oder Ferienwohnung kann gerade als Familie viel Freiheit bieten. Ein Hotel kann genauso gut funktionieren – wir würden es nur nicht zum Mittelpunkt des gesamten Urlaubs machen.

Braucht man auf Mallorca mit Kindern einen Mietwagen?

Für uns ganz klar: ja.

Mallorca hat so viele unterschiedliche Facetten, dass wir die Insel nicht auf den eigenen Ferienort reduzieren würden. Strände, Bergdörfer, Märkte, Palma, die Tramuntana und kleine Buchten liegen über die Insel verteilt. Mit einem Mietwagen kann man spontan entscheiden, worauf die Familie an diesem Tag Lust hat.

Wir übernehmen den Mietwagen am liebsten direkt am Flughafen. Gerade mit Kindern ist es angenehm, nach der Landung Gepäck einzuladen und direkt zur Unterkunft fahren zu können.

Beim Preisvergleich würden wir allerdings nicht nur auf den niedrigsten Tagespreis schauen. Wichtig sind für uns auch Versicherung und Selbstbeteiligung, Kaution, Tankregelung, Kilometerbegrenzung, Kindersitze, Fahrzeuggröße und die tatsächliche Abholstation.

Außerdem würden wir Bewertungen und Bedingungen des jeweiligen Vermieters bzw. der konkreten Station prüfen. Ein zunächst günstiger Mietwagen ist nicht automatisch das beste Angebot.

Ausführlicher haben wir unsere Erfahrungen und Tipps in unserem Beitrag „Mietwagen auf Mallorca – braucht man wirklich ein Auto?“ zusammengefasst.

Wann ist die beste Reisezeit für Mallorca mit Kindern?

Unsere Lieblingsmonate für Mallorca sind April und Mai sowie September und Oktober. In diesen Monaten ist die Insel für uns besonders angenehm: Es ist meist warm genug, um viel draußen zu unternehmen, gleichzeitig ist die große Sommerhitze noch nicht da oder bereits vorbei.

Gerade für Familien, die Mallorca nicht nur am Strand erleben möchten, finden wir diese Monate ideal. Wandern, Märkte besuchen, Palma entdecken oder kleine Orte erkunden macht bei angenehmen Temperaturen einfach mehr Spaß.

Der Hochsommer hat natürlich ebenfalls seine Vorteile – vor allem, wenn Baden und Strand im Mittelpunkt stehen. Allerdings muss man dann mit höheren Temperaturen, volleren Stränden und deutlich mehr Besuchern rechnen.

Unsere perfekte Woche auf Mallorca mit Kindern

Wenn wir Freunden eine Woche Mallorca zusammenstellen müssten, würden wir nicht jeden Tag komplett durchplanen. Wetter, Markttermine und die Lust der Kinder entscheiden bei uns oft mit. Als Orientierung könnte eine Woche aber so aussehen:

  1. Ankommen und Mallorca genießen
    Unterkunft beziehen, Pool und abends in einem mallorquinischen Restaurant essen.
  2. Strandtag in Portocolom
    S’Arenal, schwimmen, Badeplattform und entspannt im Chiringuito essen.
  3. Markttag
    Je nach Wochentag Sineu oder Pollença besuchen und anschließend die Umgebung erkunden.
  4. Tramuntana-Tag
    Eine familiengeeignete Wanderung; beispielsweise lässt sich Orient mit Es Salt des Freu verbinden.
  5. Palma
    Altstadt, Markthalle, etwas essen und ohne straffes Besichtigungsprogramm durch die Stadt.
  6. Manacor
    Rafa Nadal Academy und Museum, anschließend Pool oder Strand.
  7. Aqualand
    Ein Tag, der ganz anders aussieht als unsere sonstigen Mallorca-Tage, für uns aber durchaus zu einer Familienwoche gehören kann.

Und wenn Wetter oder Stimmung nicht zum Plan passen? Dann tauschen wir einfach: Cala Mondragó und S’Amarador, eine Bootstour oder ein entspannter Pooltag funktionieren hervorragend als Alternativen. Sant Salvador würden wir an einem passenden Abend zum Sonnenuntergang einbauen.

Die häufigsten Mallorca-Fehler aus unserer Sicht

Nach einigen Jahren auf Mallorca merken wir immer wieder, dass manche Urlauber nur einen sehr kleinen Teil der Insel kennenlernen. Drei Dinge würden wir deshalb anders machen:

  1. Den Urlaub fast ausschließlich im Hotel verbringen
    Mallorca ist viel zu abwechslungsreich, um die meiste Zeit innerhalb einer Hotelanlage zu verbringen. Strand, Berge, kleine Orte, Märkte und Palma gehören für uns genauso dazu.
  2. Dort essen, wo man auch zu Hause essen könnte
    Wir gehen besonders gerne in mallorquinische Restaurants. Gerade beim Essen kann man Mallorca wunderbar kennenlernen – und unsere Erfahrung ist, dass Kinder dort sehr selbstverständlich willkommen sind.
  3. Jede Empfehlung ungeprüft übernehmen
    Viele Mallorca-Tipps stammen von Menschen, die die Insel ein- oder zweimal besucht haben. Das bedeutet nicht, dass die Empfehlungen schlecht sind. Wir würden aber immer verschiedene Erfahrungen vergleichen und vor allem überlegen, ob ein vermeintliches „Must-see“ überhaupt zur eigenen Familie passt.

Unser Fazit: Mallorca mit Kindern

Mallorca ist für uns gerade als Familie eine Insel, die weit mehr bietet als Strand und Sommerurlaub. Die Mischung aus Meer, Bergen, kleinen Orten, Märkten, gutem Essen und kurzen Entfernungen sorgt dafür, dass kaum zwei Tage gleich aussehen müssen.

Unser wichtigster Tipp ist deshalb ganz einfach: Mietet euch ein Auto und entdeckt die Insel selbst. Plant nicht jeden Tag komplett durch und lasst auch einmal einen bekannten Instagram-Hotspot aus, wenn euch eine kleine Bucht, ein Markt oder ein mallorquinischer Ort mehr reizt.

Genau diese Mischung macht Mallorca für uns besonders – und sorgt dafür, dass wir selbst nach vielen Jahren immer noch Neues entdecken.

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