Campingplätze mit Kindern gibt es in Europa unzählige. Aber nach vielen Reisen haben wir festgestellt: Die Plätze, die uns am längsten in Erinnerung bleiben, sind nicht unbedingt die mit dem größten Pool, der längsten Wasserrutsche oder dem umfangreichsten Animationsprogramm.
Wir reisen mit drei Kindern und einem ziemlich großen Wohnwagen durch Europa. Dabei wechseln wir häufig schon nach wenigen Tagen den Ort. Für uns zählen deshalb andere Dinge: freundliche Menschen, saubere Sanitäranlagen, genügend Platz für unser Gespann und vor allem eine Umgebung, in der wir gemeinsam etwas entdecken können.
Manchmal war ein kleiner Campingplatz an einem See für uns schöner als eine riesige Ferienanlage. Manchmal war der Campingplatz selbst völlig unspektakulär – aber der perfekte Ausgangspunkt für eine Region, die uns begeistert hat.
Hier kommen deshalb keine theoretischen Empfehlungen, sondern Campingplätze mit Kindern, die wir selbst erlebt haben und an die wir uns besonders gerne erinnern.
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Inhaltsverzeichnis
Was für uns einen guten Campingplatz mit Kindern ausmacht
Unsere Ansprüche haben sich mit den Jahren verändert. Früher haben wir stärker darauf geschaut, was ein Campingplatz alles bietet. Heute interessieren uns vor allem gute Bewertungen, die Lage, Sauberkeit und die Freundlichkeit der Betreiber.
Ein Sanitärgebäude muss für uns beispielsweise nicht nagelneu sein. Sauberkeit ist uns wesentlich wichtiger als modernes Design.
Ein Pool oder Spielplatz ist schön. Ein gutes Restaurant ebenfalls. Aber nichts davon entscheidet darüber, ob wir einen Platz buchen.
Mit unserem etwa 8,35 Meter langen Wohnwagen achten wir dagegen sehr genau auf die Zufahrt und darauf, ob die Stellplätze ausreichend groß sind. Welche Wohnwagen-Ausstattung sich bei uns auf solchen Reisen bewährt hat, haben wir in einem eigenen Beitrag zusammengestellt.
Und unsere Kinder brauchen erstaunlich wenig: Wasser, Wald, Tiere, andere Kinder oder einfach genügend Platz zum Entdecken reichen häufig völlig aus.

Frankreich – vom kleinen See bis Sarlat
Camping International de Jablines
Jablines ist ein gutes Beispiel dafür, warum wir Camping mögen.
Der Campingplatz liegt in einer großen grünen Freizeitlandschaft mit Wasser und viel Platz. Wir konnten Rad fahren, die Kinder hatten Natur um sich herum und gleichzeitig liegt der Platz so, dass man von dort auch größere Ausflüge unternehmen kann.
Paris und Disneyland sind erreichbar – für uns war aber gerade die Kombination aus Ruhe, See und Bewegung draußen das Schöne an diesem Platz.
Camping de Sologne in Salbris
Ein kleinerer Platz, direkt am Wasser und mit Pool.
Salbris ist für uns kein Campingplatz, wegen dem wir quer durch Europa fahren würden. Aber genau solche Plätze mögen wir auf einer längeren Reise: ankommen, Wohnwagen abstellen, Kinder losziehen lassen und einen entspannten Tag verbringen.
Nicht spektakulär. Einfach angenehm.
Huttopia Sarlat
Eigentlich wollten wir hier kürzer bleiben. Am Ende haben wir unseren Aufenthalt um zwei Tage verlängert.
Das sagt wahrscheinlich mehr als jede Bewertung.
Die Umgebung rund um Sarlat bietet unglaublich viel: schöne Orte, Schlösser, Möglichkeiten zum Wandern und Radfahren und natürlich Sarlat selbst.
Der Campingplatz war für uns dabei vor allem das, was wir suchen: ein guter Ausgangspunkt für gemeinsame Erlebnisse.
Camping du Lac de Cazaux
Auch hier waren wir mittlerweile zweimal.
Wir haben die Betreiber als sehr freundlich erlebt, der See liegt in der Nähe und von hier aus lässt sich unter anderem die Gegend rund um die Dune du Pilat entdecken.
Auch das Restaurant ist uns positiv in Erinnerung geblieben.
Wieder so ein Platz, der für uns nicht durch möglichst viele Attraktionen funktioniert, sondern durch Lage, Atmosphäre und Menschen.
Portugal – kleine Plätze und große Überraschungen
Praia da Tocha
Die Stellplätze waren für unser Gespann wirklich klein.
Und trotzdem gehört Praia da Tocha für uns in diese Liste.
Der Platz liegt direkt am Meer und unsere Kinder fühlten sich dort praktisch sofort wohl. Genau solche Erfahrungen haben uns irgendwann gezeigt, dass die Größe oder Ausstattung eines Campingplatzes wenig darüber aussagt, ob wir dort eine gute Zeit haben.
Lisboa Camping & Bungalows
Normalerweise verbinden wir Camping eher mit Natur als mit Großstadt.
Lissabon war eine Ausnahme.
Für einen Stadtcampingplatz hat uns der Platz ausgesprochen gut gefallen und er war für uns eine praktische Möglichkeit, Camping und die Entdeckung Lissabons miteinander zu verbinden.
Vila Nova de Milfontes
Diese Gegend hatten wir vor unserer Reise überhaupt nicht als besonderes Familienziel auf dem Radar.
Umso größer war die Überraschung.
Die Landschaft an der portugiesischen Küste, die Dünen und unsere Touren in der Umgebung haben uns mit den Kindern richtig gut gefallen. Genau diese ungeplanten Entdeckungen gehören für uns zu den schönsten Seiten des Reisens mit Wohnwagen.
Spanien – von Flamingos bis zu einem unserer Camping-Highlights
Isla Cristina
Isla Cristina war für uns eine interessante Mischung aus Campingplatz und Stellplatz – und genau richtig für unseren Aufenthalt.
Die Umgebung bietet lange Strände, Salinen und Flamingos. Man kann raus, sich bewegen und immer wieder etwas Neues entdecken.
Camping Sierra María
Dieser Platz gehört für unsere Kinder zu den Highlights unserer Reisen.
Klettern, Tiere, ein kleiner Pool, Ziegen und Schweine – es gab ständig etwas zu entdecken.
Und wir Erwachsenen verbinden mit Sierra María noch etwas anderes: Für uns gab es dort eines der besten Essen unserer gesamten Reise.
Das ist genau die Kombination, die wir lieben. Die Kinder haben ihre Welt und wir Erwachsenen genießen den Ort genauso.

Italien – ruhig am Lago Trasimeno
Tuoro sul Trasimeno
Unser Campingplatz bei Tuoro war ein schöner Gegenpol zu vielen bekannten italienischen Urlaubsorten.
Direkt am See, Möglichkeiten zum Radfahren und Joggen und gleichzeitig ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge.
Von hier haben wir die Region erkundet und unter anderem Orte und Landschaften in Umbrien und der Toskana besucht.
Solche Campingplätze mögen wir besonders: ruhig wohnen und von dort jeden Tag neu entscheiden, was wir unternehmen möchten.
Österreich – sauber, freundlich und mitten in der Natur
Camping Schatzlmühle im Almtal
Österreich haben wir auf unseren Reisen insgesamt als eher teuer empfunden. Die Schatzlmühle ist uns trotzdem sehr positiv in Erinnerung geblieben.
Die Sanitäranlagen waren ausgesprochen sauber, die Menschen freundlich und für die Kinder gab es einen schönen Spielraum. Dazu Brötchenservice und eine gute Lage für Unternehmungen in der Umgebung.
Ein Platz, bei dem für uns viele kleine Dinge zusammengepasst haben.
Andorra – eines unserer absoluten Lieblingsländer
Camping Valira in Andorra la Vella
Andorra verdient bei uns ein eigenes Kapitel.
Nicht weil wir dort den spektakulärsten Campingplatz Europas gefunden hätten, sondern weil wir dieses kleine Land lieben gelernt haben.
Camping Valira war für uns genau die richtige Basis. Der Platz war sauber, wir haben die Mitarbeiter als freundlich erlebt und für die Kinder gab es einen Pool. Gleichzeitig konnten wir zu Fuß in ungefähr 15 Minuten ins Zentrum von Andorra la Vella laufen.
Mehr brauchten wir eigentlich nicht.
Denn sobald wir den Campingplatz verlassen haben, begann für uns das eigentliche Erlebnis.
Berge, Täler, kleine Orte und unglaublich viel Natur: Andorra hat uns als Familie so gut gefallen, dass es mittlerweile zu unseren absoluten Lieblingsländern gehört.
Wir waren unter anderem rund um Ordino und El Tarter unterwegs und haben die Bergwelt rund um Tristaina erlebt. Gerade die Tage, an denen wir einfach draußen unterwegs waren und keinen großen Programmpunkt brauchten, sind uns besonders in Erinnerung geblieben.
Camping Valira zeigt für uns perfekt, warum wir einen Campingplatz nicht nach seinem Animationsprogramm auswählen.
Wenn die Umgebung spannend genug ist, brauchen wir auf dem Platz nicht viel mehr als einen angenehmen Stellplatz, saubere Sanitäranlagen und freundliche Menschen.
Zu Andorra werden wir deshalb noch einen eigenen ausführlichen Beitrag schreiben.

England und Schottland – Camping, wie wir es lieben
Unsere Reise durch England und Schottland hat unsere Vorstellung von guten Campingplätzen noch einmal verändert.
Einen Großteil unserer Plätze haben wir über den Camping and Caravanning Club gebucht.
Was uns besonders gefallen hat, war die Verlässlichkeit.
Wir wurden fast überall ausgesprochen freundlich empfangen und wussten ungefähr, welchen Standard wir erwarten konnten. Dazu kamen häufig große, offene Stellplätze und wunderschöne Lagen – am Wasser, zwischen Wiesen oder mitten in der Landschaft.
Große Animationsprogramme haben wir dort nicht vermisst.

Wolds Way Caravan and Camping
Ein Platz ist uns besonders im Gedächtnis geblieben: Wolds Way Caravan and Camping in Wintringham.
Natur, Kühe und sehr nette Gastgeber.
Eigentlich ganz einfach.
Und vielleicht gerade deshalb ein ziemlich gutes Beispiel für die Art von Campingplatz, auf der wir uns inzwischen besonders wohlfühlen.
Was wir nach vielen Campingplätzen gelernt haben
Je länger wir mit unseren Kindern unterwegs sind, desto weniger suchen wir nach dem vermeintlich perfekten Familiencampingplatz.
Wir brauchen keinen Wasserpark und keine Daueranimation.
Ein kleiner See kann für unsere Kinder spannender sein als fünf Wasserrutschen. Ein Wald kann einen größeren Spielplatz ersetzen. Und freundliche Betreiber können einen einfachen Campingplatz zu einem Ort machen, an den man sich Jahre später noch erinnert.
Auch unsere Reisegeschwindigkeit spielt dabei eine Rolle. Zwischen zwei Campingplätzen fahren wir normalerweise nur ungefähr 1,5 bis 3 Stunden. Dadurch wird der Weg nicht zum anstrengenden Reisetag und wir können häufiger neue Regionen entdecken.
Mit einem großen Wohnwagen achten wir inzwischen außerdem sehr genau auf Stellplatzgröße und Zufahrt.
Und wenn wir eines gelernt haben, dann dieses:
Der Campingplatz muss nicht das Urlaubsziel sein.
Für uns ist er häufig einfach unser Zuhause für ein paar Tage – und der Ausgangspunkt für alles, was wir gemeinsam erleben.
Unser Fazit: Weniger Campingprogramm, mehr Umgebung
Unsere Lieblingsplätze könnten unterschiedlicher kaum sein.
Wir standen am Meer, an Seen, in den Bergen und am Rand großer Städte. Wir hatten sehr einfache Plätze und klassische Campinganlagen.
Entscheidend war selten die Anzahl der Sterne.
Viel wichtiger war, wie wir uns dort gefühlt haben und was wir von diesem Ort aus erleben konnten.
Genau deshalb würden wir viele dieser Plätze jederzeit wieder anfahren.
Wenn du wissen möchtest, wie sich unsere Art zu reisen vom ersten gemieteten Wohnmobil bis zu unserem heutigen Wohnwagen entwickelt hat, lies auch unseren Beitrag „Camping mit Kindern – was für uns wirklich funktioniert“.
Und welche Dinge sich dabei auf unseren Reisen tatsächlich bewährt haben, zeigen wir in „Unsere Wohnwagen-Ausstattung – was sich auf Reisen wirklich bewährt hat“.