Großbritannien mit Wohnwagen zu bereisen, stand schon länger auf unserer Wunschliste. Im Sommer 2026 war es endlich so weit: Wir waren mit unserem Wohnwagen und den Kindern mehrere Wochen in England und Schottland unterwegs.
Ehrlich gesagt hatten wir vor der Reise ein ziemlich klares Bild im Kopf.
Schottland würden wir wahrscheinlich lieben. Bei England waren wir uns deutlich weniger sicher.
Am Ende kam es etwas anders.
Schottland war landschaftlich genauso beeindruckend, wie wir es uns vorgestellt hatten. Aber England hat uns viel stärker überrascht.
Vor allem wegen der Menschen.
Wir haben die Menschen in England unterwegs als unglaublich freundlich, hilfsbereit und entspannt erlebt. Egal ob auf Campingplätzen, in Restaurants oder einfach unterwegs – wir haben uns fast überall sofort willkommen gefühlt.
Und auch beim Essen lagen wir mit unseren Erwartungen ziemlich daneben.
Wir hatten vorher nicht unbedingt damit gerechnet, ausgerechnet von England kulinarisch begeistert zu sein. Tatsächlich haben wir während unserer Reise sehr oft richtig gut gegessen.
Für uns war Großbritannien deshalb am Ende nicht nur eine landschaftlich schöne Reise, sondern vor allem eine Reise voller positiver Überraschungen.
Inhaltsverzeichnis
Großbritannien mit Wohnwagen – unsere Route
Unsere Reise führte uns zunächst durch England Richtung Norden.
Von dort ging es weiter nach Edinburgh, anschließend nach Fraserburgh, quer durch die Highlands nach Ullapool und später über Killin wieder zurück Richtung England.
Danach verbrachten wir noch mehrere Tage im Lake District bei Windermere und später in Birmingham, bevor es Richtung Dover und zurück auf den europäischen Kontinent ging.
Unsere Route sah ungefähr so aus:
England → Edinburgh → Fraserburgh → Ullapool → Highlands → Killin → Windermere → Birmingham → Dover
Wir waren mit unserem großen Wohnwagen unterwegs. Unser Wohnwagen ist über acht Meter lang und hat eine Tandemachse.
Deshalb achten wir bei solchen Reisen immer darauf, dass Straßen, Campingplätze und Etappen auch mit einem größeren Gespann gut funktionieren.
Für uns hat sich gezeigt, dass Großbritannien mit Wohnwagen auch mit einem größeren Gespann sehr gut machbar ist.
Wenn dich interessiert, wie wir generell mit Kindern campen und was sich dabei für uns bewährt hat, findest du dazu auch unseren Beitrag „Camping mit Kindern – was für uns wirklich funktioniert“.
England hat uns besonders überrascht
Wenn wir heute über diese Reise sprechen, ist wahrscheinlich genau das einer der Punkte, die wir am häufigsten erwähnen:
Wie positiv uns England überrascht hat.
Wir hatten nicht erwartet, dass wir uns dort so wohlfühlen würden.
Schon auf den Campingplätzen war die Atmosphäre häufig sehr entspannt. Die Menschen waren offen, hilfsbereit und freundlich.
Es waren oft kleine Begegnungen, die uns im Gedächtnis geblieben sind.
Ein nettes Gespräch am Stellplatz.
Jemand, der sofort hilft, wenn man mit dem Wohnwagen rangiert.
Freundliche Mitarbeiter in Restaurants oder Geschäften.
Nichts Spektakuläres.
Aber in der Summe hat genau das dazu geführt, dass wir England sehr schnell ins Herz geschlossen haben.
Und dann war da noch das Essen
England und gutes Essen – das war für uns vorher nicht unbedingt eine Kombination, die wir sofort miteinander verbunden hätten.
Auch hier wurden wir überrascht.
Wir haben unterwegs erstaunlich oft sehr gut gegessen.
Nicht nur klassische Pubs.
Auch einfache Restaurants, kleinere Lokale und regionale Küche haben uns sehr gut gefallen.
Natürlich gab es Fish and Chips.
Aber eben nicht nur.
Gerade in kleineren Orten fanden wir häufig Restaurants, bei denen Qualität und Atmosphäre deutlich besser waren, als wir erwartet hatten.
Für uns gehörte das Essen deshalb tatsächlich zu den positiven Überraschungen dieser Reise.
Edinburgh – unser Einstieg in Schottland
Edinburgh war unsere erste große Station in Schottland.
Wir standen auf dem Linwater Caravan Park außerhalb der Stadt.
Das passte sehr gut zu unserer Art zu reisen.
Mit dem Wohnwagen direkt in Großstädte zu fahren, versuchen wir grundsätzlich zu vermeiden. Wir bringen zuerst den Wohnwagen zum Campingplatz und erkunden danach die Umgebung mit dem Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln.
Edinburgh selbst hat uns sehr gut gefallen.
Die Stadt hat eine besondere Atmosphäre und lässt sich wunderbar zu Fuß entdecken.
Altstadt, Burg, kleine Straßen und die typische Architektur machen Edinburgh zu einer Stadt, in der man gar nicht unbedingt einen festen Plan braucht.
Wir haben uns einfach treiben lassen.
Weiter nach Fraserburgh
Von Edinburgh ging es weiter Richtung Nordosten nach Fraserburgh.
Fraserburgh gehört sicherlich nicht zu den Orten, die jeder Schottlandreisende automatisch auf dem Plan hat.
Genau deshalb hat es gut zu unserer Reise gepasst.
Wir wollten nicht nur die bekannten Sehenswürdigkeiten sehen.
Wir wollten unterschiedliche Regionen erleben.
Die Küste rund um Fraserburgh war rauer, ruhiger und deutlich weniger touristisch.
Und genau solche Gegenden bleiben uns häufig besonders in Erinnerung.
Durch die Highlands nach Ullapool
Eine unserer schönsten Stationen war Ullapool.
Schon die Fahrt dorthin war ein Erlebnis.
Je weiter wir in die Highlands kamen, desto beeindruckender wurde die Landschaft: Berge, Seen, Weite und kaum Bebauung. Teilweise waren wir auf Straßen unterwegs, auf denen wir lange fast alleine waren.Das war genau das Schottland, das wir erleben wollten.
Ullapool selbst ist klein und überschaubar und war für uns ein sehr guter Ausgangspunkt, um die Umgebung zu erkunden.
Wer seine Reise durch Großbritannien plant, findet auf der offiziellen Tourismusseite VisitBritain zusätzliche Informationen zu Regionen, Reisezielen und zur Reiseplanung.

Nicht jede Sehenswürdigkeit braucht einen Haken
Gerade in den Highlands haben wir gemerkt, wie angenehm es ist, nicht jeden Tag komplett durchzuplanen.
Wir wollten nicht jeden bekannten Aussichtspunkt besuchen.
Nicht jede Sehenswürdigkeit abhaken.
Manchmal war die Fahrt selbst das schönste Erlebnis des Tages.
Kleine Straßen, Seen, Berge und immer wieder Orte, an denen man einfach spontan anhält.
Für uns gehört genau das inzwischen zum Reisen dazu.
Mit großem Wohnwagen durch Großbritannien
Vor der Reise hatten wir durchaus Respekt vor den Straßen.
Vor allem in Schottland gibt es viele schmale Straßen und teilweise sogenannte Single Track Roads.
Dort können zwei Fahrzeuge nicht gleichzeitig aneinander vorbeifahren.
Dafür gibt es regelmäßig Ausweichstellen.
Unsere Erfahrung war insgesamt sehr positiv.
Auch mit einem großen Gespann kommt man gut zurecht, wenn man ruhig fährt und sich nicht hetzen lässt.
Gerade in den Highlands ist Geduld wichtiger als Geschwindigkeit.
Die meisten anderen Verkehrsteilnehmer haben wir als sehr entspannt erlebt.
Für uns war Großbritannien mit Wohnwagen deshalb deutlich unkomplizierter, als wir es vor der Reise erwartet hatten.
Auch unsere Ausstattung hat uns auf dieser längeren Reise vieles erleichtert. Welche Dinge sich bei uns wirklich bewährt haben, haben wir im Beitrag „Unsere Wohnwagen-Ausstattung – was sich auf Reisen wirklich bewährt hat“ zusammengefasst.
Killin – ein ruhiger Zwischenstopp
Auf dem Weg Richtung Süden machten wir Station in Killin.
Killin liegt wunderschön zwischen Bergen und Seen und war für uns ein guter Abschluss unserer Zeit in Schottland.
Gerade auf längeren Reisen mögen wir solche kleineren Orte. Kein großes Programm – einfach ankommen, spazieren gehen, etwas essen, die Umgebung anschauen und den Tag genießen.
Windermere und der Lake District
Nach Schottland ging es für uns wieder nach England.
Eine wichtige Station war Windermere im Lake District.
Der Lake District hat uns ebenfalls sehr gut gefallen.
Seen, Hügel, kleine Orte und viele Möglichkeiten, draußen unterwegs zu sein.
Die Landschaft ist natürlich anders als in den Highlands, aber nicht weniger reizvoll.
Für uns war Windermere ein schöner Übergang zwischen Schottland und dem nächsten Teil unserer Reise.
Gerade hier hätten wir im Nachhinein gerne noch etwas mehr Zeit verbracht.

Birmingham – Großstadt ganz anders
Später ging es weiter nach Birmingham.
Birmingham war für uns weniger klassischer Urlaubsort als vielmehr eine Station mit festem Anlass.
Trotzdem war auch diese Etappe interessant, weil sie uns noch einmal ein ganz anderes England gezeigt hat.
Großbritannien besteht eben nicht nur aus kleinen Dörfern, Küste und Landschaft.
Auch die großen Städte gehören dazu.
Und genau diese Mischung hat die Reise abwechslungsreich gemacht.
Was uns an Großbritannien besonders gefallen hat
Wenn wir die gesamte Reise zusammenfassen, sind es vor allem vier Dinge, die uns im Gedächtnis geblieben sind.
Die Menschen
Wir haben unglaublich viele freundliche und hilfsbereite Menschen getroffen.
Das war für uns wahrscheinlich die größte positive Überraschung der gesamten Reise.
Die Landschaft
Von den Highlands über die schottische Küste bis zum Lake District war die Reise landschaftlich extrem abwechslungsreich.
Das Essen
Viel besser, als wir erwartet hatten.
Und zwar nicht nur in einzelnen Restaurants, sondern erstaunlich oft während der gesamten Reise.
Das entspannte Reisen
Campingplätze, Straßen und Infrastruktur haben für uns insgesamt sehr gut funktioniert.
Auch mit unserem großen Wohnwagen hatten wir deutlich weniger Schwierigkeiten als erwartet.
Wie lange sollte man für England und Schottland einplanen?
Wir würden eine solche Reise nicht in zwei Wochen durchziehen.
Natürlich ist das möglich.
Aber es wäre nicht unsere Art zu reisen.
Mit Wohnwagen fahren wir lieber kürzere Etappen und bleiben mehrere Tage an einem Ort.
Wer sowohl England als auch Schottland erleben möchte, sollte aus unserer Sicht mindestens drei Wochen einplanen.
Vier Wochen sind noch besser.
Dann bleibt genug Zeit, nicht nur Strecke zu machen, sondern die einzelnen Regionen wirklich kennenzulernen.
Gerade wenn man Großbritannien mit Wohnwagen bereist, lohnt es sich unserer Erfahrung nach, weniger Stationen einzuplanen und dafür etwas länger zu bleiben.
Was sich bei längeren Reisen für uns bewährt hat
Auf einer solchen Tour merkt man ziemlich schnell, welche Dinge im Wohnwagen tatsächlich hilfreich sind und was man eigentlich nicht braucht.
Für uns spielen zum Beispiel Stromversorgung, Wasser und eine vernünftige technische Ausstattung eine wichtige Rolle.
Unsere Erfahrungen mit der unabhängigen Stromversorgung haben wir deshalb in einem eigenen Beitrag zusammengefasst.
Gerade auf längeren Reisen möchten wir möglichst flexibel sein und nicht bei jedem Stellplatz davon abhängig sein, dass alles perfekt ausgestattet ist.
Würden wir wieder nach Großbritannien fahren?
Ganz klar: ja.
Und wahrscheinlich würden wir beim nächsten Mal sogar noch mehr Zeit in England verbringen.
Vor der Reise war Schottland für uns das große Ziel.
Nach der Reise würden wir sagen:
Großbritannien als Ganzes war das Erlebnis.
Schottland wegen der Landschaft.
England wegen der Menschen, der Atmosphäre, des Essens und der vielen positiven Überraschungen.
Was wir beim nächsten Mal anders machen würden
Beim nächsten Mal würden wir weniger Strecke planen.
Einige Regionen hätten wir gerne länger erkundet.
Vor allem in Schottland und im Lake District hätten wir problemlos noch mehrere Tage verbringen können.
Unsere wichtigste Erkenntnis ist deshalb dieselbe wie bei vielen unserer Reisen:
Weniger Stationen und mehr Zeit an jedem Ort.
Denn die schönsten Momente entstehen häufig nicht dort, wo man sie vorher eingeplant hat.
Unser Fazit zu Großbritannien mit Wohnwagen
Unsere Reise durch Großbritannien war eine der Touren, die uns besonders positiv überrascht haben.
Schottland war landschaftlich genauso beeindruckend, wie wir gehofft hatten.
England dagegen war für uns die eigentliche Überraschung.
Die Freundlichkeit der Menschen.
Das gute Essen.
Die entspannte Atmosphäre.
Und das Gefühl, fast überall willkommen zu sein.
Wenn wir vorher gefragt worden wären, welches Land uns am meisten beeindrucken würde, hätten wir wahrscheinlich Schottland genannt.
Nach der Reise würden wir sagen:
England und Schottland gehören für uns zu dieser Reise einfach zusammen.
Und genau deshalb würden wir Großbritannien mit Wohnwagen jederzeit wieder bereisen.