Camping mit Kindern – was für uns wirklich funktioniert

Camping mit Kindern funktioniert für uns heute ziemlich entspannt. Aber bis wir herausgefunden hatten, wie wir als Familie wirklich gerne reisen, mussten wir einiges ausprobieren.

Wir sind zu fünft unterwegs, bleiben auf unseren Reisen häufig nur ein bis drei Tage an einem Ort und möchten möglichst viel von einer Region sehen. Gleichzeitig wollen wir nicht jeden Tag stundenlang im Auto sitzen. Nach inzwischen vielen Tausend Kilometern durch Europa wissen wir deshalb ziemlich genau, was für uns funktioniert – und was nicht.

Dabei haben wir festgestellt: Für eine richtig gute Campingreise brauchen wir viel weniger, als wir anfangs gedacht haben.

Wie wir überhaupt zum Camping gekommen sind

Unsere erste große Campingreise haben wir 2023 mit einem gemieteten Wohnmobil gemacht. Und wir haben es gleich ziemlich intensiv ausprobiert: 13 Länder in 30 Tagen.

Unsere Route führte uns durch Deutschland und verschiedene Länder Osteuropas und des Balkans. Wir waren unter anderem in Tschechien, Ungarn, Rumänien, Nordmazedonien, Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kroatien und Slowenien unterwegs.

Die Reise war großartig. Gleichzeitig wussten wir danach: Ein Wohnmobil ist nicht das Richtige für uns. Die Gründe erklären wir ausführlich in unserem Vergleich Wohnmobil oder Wohnwagen mit Kindern.

Mit fünf Personen braucht man ein entsprechend großes Fahrzeug. Wenn man dann aber nur ein, zwei oder drei Tage an einem Platz bleibt und die Umgebung erkunden möchte, muss man ständig wieder alles zusammenpacken.

Mal eben in eine Stadt fahren, einkaufen gehen oder einen Ausflug machen? Für unsere Art zu reisen fanden wir das mit einem großen Wohnmobil unpraktisch.

Also kam Versuch Nummer zwei.

Marco Polo und Zelt – auch nicht unsere Lösung

Wir hatten bereits unseren Mercedes Marco Polo und dachten: Warum kombinieren wir ihn nicht einfach mit einem Zelt?

Nach einem Urlaub wussten wir auch hier: Das ist es nicht.

Also entschieden wir uns für einen Wohnwagen. Rückblickend war das für uns der entscheidende Schritt.

Heute können wir unseren Wohnwagen auf dem Campingplatz stehen lassen, ins Auto steigen und die Gegend erkunden. Genau diese Kombination aus einem festen kleinen Zuhause und der Mobilität vor Ort passt zu uns.

Warum wir uns für einen großen Wohnwagen entschieden haben

Unser Wohnwagen ist ein Hobby Maxia 660 WQM, ein Tandemachser mit etwas mehr als acht Metern Länge.

Bei der Auswahl war uns vor allem die Aufteilung wichtig. Wir wollten eine große Küche im vorderen Bereich und möglichst viel zusammenhängenden Wohnraum.

Beim Bad ging es uns dagegen nicht darum, ein besonders großes Badezimmer zu haben. Uns war wichtig, dass es nicht mitten im Wohnwagen wertvollen Wohnraum wegnimmt. Bei unserem Grundriss bildet das Bad den hinteren, durch eine Tür abgetrennten Bereich des Wohnwagens.

Das hat sich für uns als sehr praktisch erwiesen. Wir benutzen das Bad ohnehin eher selten. Dadurch nimmt ein Bereich, den wir im Campingalltag wenig brauchen, nicht ständig Platz vom eigentlichen Wohn- und Lebensbereich weg.

Die große Küche dagegen würden wir jederzeit wieder wählen. Wenn dort gekocht wird, blockiert niemand den restlichen Wohnbereich. Gerade zu fünft ist das für uns viel wichtiger, als wir vor dem Kauf gedacht hatten.

Die Größe hat natürlich auch einen Nachteil: Nicht jeder kleine Campingplatz und nicht jeder Stellplatz eignet sich für ein Gespann unserer Länge. Bei der Auswahl achten wir deshalb auf ausreichend große Parzellen und eine vernünftige Zufahrt.

Camping mit Kindern: Weniger ist für uns meistens mehr

Als wir angefangen haben, dachten wir noch stärker darüber nach, was ein Campingplatz alles bieten sollte.

Heute sehen wir das anders.

Unsere Kinder brauchen kein riesiges Animationsprogramm. Auch einen Wasserpark oder einen Campingplatz mit unzähligen Freizeitangeboten suchen wir nicht gezielt.

Uns sind andere Dinge wichtiger:

Saubere Sanitäranlagen, freundliche Menschen, eine gute Lage und genügend Platz.

Ein kleiner Spielplatz ist schön. Ein See, ein Bach, das Meer oder ein Wald sind oft noch besser. Wenn ein Schwimmbad oder ein gutes Restaurant dabei ist, freuen wir uns natürlich auch darüber.

Aber ein Campingplatz muss für uns selbst gar kein Highlight sein. Konkrete Beispiele findet ihr in unserem Bericht über Campingplätze mit Kindern.

Manchmal reicht ein schöner Platz, an dem wir gerne stehen. Entscheidend ist für uns viel mehr, was wir von dort aus erleben können.

Das haben wir gerade mit Kindern immer wieder festgestellt: Weniger ist häufig mehr.

Camping mit Kindern: Drei Stunden Fahrt sind für uns ein guter Richtwert

Wir reisen relativ langsam.

Zwischen zwei Campingplätzen fahren wir meistens nur eineinhalb bis drei Stunden. Drei Stunden haben sich für uns mit Kindern als ziemlich guter Richtwert herausgestellt.

Natürlich gibt es Ausnahmen. Wenn wir anschließend mehrere Tage an einem Ort bleiben, fahren wir auch einmal eine Stunde länger.

Aber grundsätzlich möchten wir nicht morgens losfahren und erst am Abend wieder irgendwo ankommen.

Dadurch entsteht eine ganz andere Art zu reisen.

Auf unserer ersten großen Tour mit dem eigenen Wohnwagen ging es beispielsweise durch Frankreich, Nordspanien und Portugal, anschließend über Südspanien und Valencia zurück nach Mallorca, wo wir inzwischen viele unserer liebsten Orte und Familienerlebnisse gesammelt haben. Andere Reisen führten uns durch Italien, die Schweiz und Südtirol sowie später durch Andorra, Frankreich, England und Schottland. Unsere Routen und Erfahrungen findet ihr in Mit dem Wohnwagen durch Europa und Großbritannien mit Wohnwagen.

Wir versuchen dabei nicht, möglichst schnell von A nach B zu kommen.

Der Weg gehört für uns zur Reise.

Wie wir heute Campingplätze auswählen

Bei der Suche schauen wir vor allem auf Bewertungen, Lage, Freundlichkeit und Sauberkeit.

Ob ein Platz ein paar Euro mehr oder weniger kostet, ist für uns nicht das entscheidende Kriterium.

Natürlich nutzen wir Möglichkeiten zum Sparen. Wir haben Erfahrungen mit ACSI, dem Camping and Caravanning Club und anderen Angeboten und Apps gesammelt. Manchmal bekommt man dadurch ein paar Prozent Rabatt.

Aber wir würden keinen schlechter gelegenen oder schlechter bewerteten Platz wählen, nur weil er günstiger ist.

Besonders positiv war für uns der Camping and Caravanning Club in Großbritannien. Einen sehr großen Teil unserer Plätze in England und Schottland haben wir darüber gebucht.

Das Schöne daran war die Verlässlichkeit: freundliches Personal, vergleichbare Standards und häufig fantastische Lagen. Große Stellplätze, viel Natur, manchmal ein See, ein Bach oder das Meer direkt vor der Tür.

Wir wussten meistens ziemlich genau, worauf wir uns freuen konnten.

Was wir beim Beladen unseres Wohnwagens gelernt haben

Auch hier haben wir Fehler gemacht.

Auf unseren ersten Touren hatten wir zwei E-Bikes für Erwachsene auf der Deichsel. Dazu kamen Kinderfahrräder, die teilweise im Wohnwagen transportiert wurden.

Das Fahrverhalten war damit teilweise alles andere als angenehm.

Heute nehmen wir keine Fahrräder mehr mit und achten viel stärker darauf, wo das Gewicht im Wohnwagen liegt.

Schwere Gegenstände versuchen wir möglichst tief und in der Nähe der Achsen zu verstauen. Außerdem fahren wir nach Möglichkeit mit weitgehend leerem Frischwassertank.

Nicht nur das zusätzliche Gewicht ist während der Fahrt spürbar. Auch die Bewegung des Wassers im Tank haben wir bei unserem Gespann deutlich wahrgenommen.

Gerade bei höheren Geschwindigkeiten merken wir sehr schnell, wenn der Wohnwagen ungünstig beladen ist.

Ein weiterer Fehler aus unseren Anfangszeiten war deutlich banaler: Wir haben Dinge während der Fahrt in die Duschwanne gestellt.

Keine gute Idee.

Unsere Duschwanne haben wir dadurch bereits beschädigt. Heute kommt dort nichts Schweres mehr hinein, das während der Fahrt punktuell Druck auf den Boden ausüben kann.

Wie autark müssen wir wirklich sein?

Unser Wohnwagen hat inzwischen eine Solaranlage und eine größere Batterie. Zusätzlich begleitet uns seit unserem ersten Wohnwagenjahr eine EcoFlow Powerstation.

Strom ist deshalb bei einem kurzen Aufenthalt ohne Versorgung normalerweise nicht unser Problem. Mehr über unser System lest ihr im Beitrag zur Camping-Stromversorgung.

Wir haben außerdem eigene Wasserfilter und einen größeren rollbaren Grauwassertank, den wir unter den Wohnwagen stellen.

Der begrenzende Faktor ist bei uns eher das Frischwasser.

Ein bis zwei Tage ohne Campingplatz oder externe Versorgung funktionieren für uns problemlos. Viel länger autark stehen zu können, ist für unsere Art zu reisen aber gar nicht besonders wichtig.

Wir möchten nicht beweisen, wie lange wir ohne Campingplatz auskommen.

Wir möchten die Freiheit haben, auch einmal einen wunderschönen Platz nutzen zu können, an dem es keine komplette Infrastruktur gibt.

Gas war auf unseren Reisen bisher erstaunlich unkompliziert

Für Heizung und Kochen haben wir zwei 11-Kilo-Gasflaschen dabei. Zusätzlich nutzen wir eine kleinere Gasflasche hauptsächlich für unseren Enders-Grill.

Für spanische Flaschen haben wir einen passenden Adapter.

In Andorra haben wir beispielsweise einmal eine unserer Flaschen gegen eine spanische Flasche getauscht und diese mit dem Adapter an unserem System verwendet.

Mehr haben wir bisher kaum gebraucht.

Selbst auf einer rund zehnwöchigen Reise durch mehrere Länder mussten wir unterwegs nicht ständig nach Gas suchen oder Flaschen tauschen.

Vor unseren ersten längeren Reisen hatten wir uns dieses Thema wesentlich komplizierter vorgestellt, als es sich später tatsächlich erwiesen hat.

Welche Ausstattung sich bei uns wirklich bewährt hat

Über die Jahre ist natürlich einiges dazugekommen.

Unsere ursprüngliche Markise wurde zweimal beschädigt – einmal durch Wind und einmal durch Schnee. Inzwischen haben wir eine Wigo Sackmarkise, die wir auch zum geschlossenen Vorzelt erweitern können. Gerade mit Kindern hat sich das für uns sehr bewährt.

Unsere Solaranlage und die größere Batterie möchten wir ebenfalls nicht mehr missen. Gleiches gilt für die EcoFlow, die wir nicht nur im Wohnwagen, sondern auch während der Fahrt im Auto nutzen.

In der Küche gehören inzwischen unser Nonna-Aurelia-Ofen, der Enders-Grill, unser Airfryer und der Nutribullet zu den Dingen, die wir tatsächlich regelmäßig benutzen.

Auch scheinbare Kleinigkeiten wie unsere Wasserfilter oder Waschmittelblätter haben sich auf langen Reisen bewährt.

Seit 2026 haben wir außerdem einen Smart-TV fest im Wohnwagen und Starlink Mini für eine zuverlässigere Internetverbindung unterwegs.

Bei unserem Tandemachser haben wir auch beim Mover nachgebessert. Anfangs wurde nur eine Achse angetrieben. Inzwischen haben wir Antriebe an beiden Achsen – ein Unterschied, den wir bei unserem großen Wohnwagen deutlich merken.

Unsere komplette Ausstattung und was wir davon tatsächlich regelmäßig benutzen, zeigen wir im Beitrag Wohnwagen-Ausstattung. Denn nach einigen Jahren Camping wissen wir inzwischen ziemlich gut, welche Dinge wirklich hilfreich sind.

Was zwei Einbrüche an unserer Art zu reisen verändert haben

Nicht alle Erfahrungen unterwegs waren positiv.

In Spanien wurde bei uns sowohl ins Fahrzeug als auch in den Wohnwagen eingebrochen. Beide Male standen wir in Bereichen, die auf den ersten Blick relativ sicher wirkten – tatsächlich aber nicht wirklich gesichert waren.

Daraus haben wir eine einfache Konsequenz gezogen.

Gerade rund um größere Städte wie Barcelona oder Valencia lassen wir Auto oder Wohnwagen heute nicht mehr irgendwo unbeaufsichtigt stehen, nur weil ein Parkplatz einen vernünftigen Eindruck macht.

Entweder nutzen wir einen tatsächlich gesicherten Camping- oder Stellplatz oder wir bleiben beim Gespann.

Auch Ablenkungsversuche auf der Straße haben wir selbst erlebt. Zweimal wollte man uns mit dem Hinweis auf ein angebliches Problem beziehungsweise eine Reifenpanne zum Anhalten bewegen.

Wir sind weitergefahren.

Wir möchten daraus keine Angst vor bestimmten Ländern oder Städten machen. Wir reisen weiterhin ausgesprochen gerne durch Spanien.

Aber diese Erfahrungen haben unseren Umgang mit vermeintlich sicheren Abstellmöglichkeiten verändert.

Es gibt für uns nicht den perfekten Campingplatz

Einige unserer schönsten Erinnerungen sind an Orten entstanden, die auf dem Papier wahrscheinlich nie zu den spektakulärsten Campingplätzen Europas gehören würden.

In Palas de Rei waren wir die ersten Campinggäste an einem Ort, der eigentlich auf Pilger ausgerichtet war. Gustavo aus Venezuela hatte sich dort seinen Traum erfüllt. Es gab Tiere, einen Innenhof, Kino und eine Atmosphäre, in der sich unsere Kinder sofort wohlgefühlt haben.

In Antequera standen wir kostenlos mit Blick auf die Burg. Dafür mussten wir autark sein – aber genau das machte diesen Aufenthalt besonders.

Camping Sierra María wiederum war für unsere Kinder ein Abenteuer mit Klettern, Tieren und kleinem Pool. Und wir Erwachsenen erinnern uns bis heute an das großartige Restaurant.

An anderen Orten war es einfach das Meer, ein kleiner See, eine Fahrradtour oder die Menschen auf dem Platz.

Genau deshalb fällt es uns schwer, eine Liste mit den „zehn besten Campingplätzen“ zu erstellen.

Ein Campingplatz muss zur Reise passen – nicht umgekehrt.

Was wir heute anders machen würden

Wenn wir noch einmal ganz am Anfang stünden, würden wir uns weniger Gedanken darüber machen, was man angeblich alles zum Campen braucht.

Wir würden zuerst herausfinden:

Wie möchten wir eigentlich reisen?

Genau das war bei uns der entscheidende Punkt.

Das Wohnmobil war nicht schlecht. Es passte nur nicht zu unserer Art zu reisen.

Marco Polo und Zelt waren ebenfalls keine schlechte Kombination. Sie passte nur nicht zu uns fünf.

Mit dem Wohnwagen haben wir schließlich die Mischung gefunden, die für uns funktioniert: Wir haben unser Zuhause dabei, können es stehen lassen und trotzdem jederzeit mit dem Auto losfahren.

Und auch beim Campingplatz haben wir gelernt, weniger nach Ausstattung und mehr nach Lage, Atmosphäre und Möglichkeiten in der Umgebung zu schauen.

Unser Fazit: Camping mit Kindern muss zur Familie passen

Nach vielen Tausend Kilometern glauben wir nicht, dass es die eine richtige Art gibt, mit Kindern zu campen.

Die einen lieben große Ferienanlagen mit Animation und Wasserpark. Andere möchten möglichst lange autark irgendwo in der Natur stehen.

Wir liegen irgendwo dazwischen.

Wir mögen saubere und freundliche Campingplätze, kleine Stellplätze, besondere Orte und viel Natur. Wir bleiben gerne ein paar Tage und fahren dann weiter. Wir möchten unterwegs etwas erleben, aber nicht jeden Tag ein Programm abarbeiten.

Und unsere Kinder brauchen häufig erstaunlich wenig, um einen Ort großartig zu finden.

Ein Bach. Ein paar Tiere. Ein kleiner Spielplatz. Ein Weg, den sie mit ihren Scootern erkunden können. Oder einfach genügend Platz, um draußen zu sein.

Vielleicht ist das unsere wichtigste Erfahrung aus all den Reisen:

Beim Camping mit Kindern geht es nicht darum, die perfekte Reise zu planen. Es geht darum, herauszufinden, welche Art zu reisen zur eigenen Familie passt.

Bei uns hat das ein paar Versuche gebraucht.

Aber genau diese Versuche waren am Ende Teil der Reise.

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