Wohnmobil oder Wohnwagen mit Kindern? Unsere Erfahrung nach 13 Ländern

Wohnmobil oder Wohnwagen mit Kindern? Diese Frage hätten wir vor unserer ersten großen Campingreise vermutlich ganz anders beantwortet als heute. 2023 waren wir mit einem gemieteten Wohnmobil 30 Tage unterwegs und haben dabei 13 Länder bereist. Danach wussten wir vor allem eines: So schön die Reise war – das Wohnmobil passte nicht wirklich zu unserer Art zu reisen.

Heute sind wir mit einem großen Wohnwagen unterwegs. Der Weg dorthin führte allerdings nicht direkt vom Wohnmobil zum Wohnwagen. Dazwischen lag noch ein Versuch mit unserem Marco Polo und einem Zelt – und die Erkenntnis, dass auch das für uns nicht funktioniert.

Das hier soll deshalb kein theoretischer Vergleich von technischen Daten werden. Es ist unsere persönliche Erfahrung als Familie und die Geschichte, warum wir schließlich beim Wohnwagen gelandet sind.

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Unsere erste große Reise: 30 Tage und 13 Länder im Wohnmobil

2023 starteten wir unsere erste richtig große Campingreise mit einem gemieteten Wohnmobil.

30 Tage, 13 Länder und eine große Runde durch Europa. Wir waren unter anderem in Osteuropa und auf dem Balkan unterwegs und haben in dieser Zeit unglaublich viel gesehen.

Das Wohnmobil hatte dabei durchaus Vorteile. Gerade während der Fahrt empfanden wir es als angenehm. In einem entsprechend ausgestatteten Wohnmobil gibt es für die Mitreisenden zugelassene Sitzplätze im Wohnbereich, und das Raumgefühl während langer Strecken kann deutlich großzügiger sein als im Auto.

Auch beim Reisetempo kann ein Wohnmobil – abhängig von Fahrzeug, Gewicht und den Vorschriften des jeweiligen Landes – Vorteile gegenüber einem Gespann haben.

Unser eigentliches Problem begann meistens erst, wenn wir angekommen waren.

Am Campingplatz war plötzlich unsere Mobilität weg

Wir gehören nicht zu den Familien, die zwei oder drei Wochen auf einem Campingplatz bleiben und dort den gesamten Urlaub verbringen.

Wir wollen etwas von der Umgebung sehen. Mal in den nächsten Ort fahren, einkaufen, essen gehen, einen Strand besuchen oder spontan einen Ausflug machen.

Genau dabei wurde unser Wohnmobil für uns zunehmend unpraktisch.

Standen wir erst einmal auf einem Campingplatz, mussten wir für einen Ausflug mit dem Wohnmobil alles wieder fahrbereit machen. Dinge verstauen, gegebenenfalls Anschlüsse lösen und anschließend mit einem relativ großen Fahrzeug losfahren.

Die Alternativen waren zu Fuß gehen, Fahrrad fahren oder ein Taxi nehmen.

Unsere Kinder waren damals noch zu klein, um längere Strecken mit dem Fahrrad zurückzulegen. Zu Fuß waren viele Ziele schlicht zu weit entfernt. Und ständig ein Taxi zu nehmen, entsprach ebenfalls nicht unserer Vorstellung vom Reisen.

Dubrovnik hat uns das Problem besonders deutlich gezeigt

Ein Erlebnis dieser ersten Reise ist uns besonders in Erinnerung geblieben.

Wir wollten Dubrovnik besuchen und fuhren mit unserem Wohnmobil in die Stadt.

Über eine Stunde suchten wir nach einem Parkplatz, auf dem wir mit dem großen Fahrzeug überhaupt parken durften und auf dem gleichzeitig genügend Platz vorhanden war.

Irgendwann fanden wir einen.

Der Parkplatz war teuer und trotzdem noch so weit vom eigentlichen Ziel entfernt, dass wir anschließend bei hohen Temperaturen eine längere Strecke zu Fuß zurücklegen mussten.

Genau in solchen Situationen wurde uns bewusst, was uns fehlte: ein normales Auto.

Mit unserem heutigen Gespann wäre die Situation völlig anders. Der Wohnwagen bleibt auf dem Campingplatz stehen und wir fahren mit dem Zugfahrzeug los.

Für uns bedeutet das deutlich mehr Freiheit am Urlaubsort.

Heißt das, dass ein Wohnmobil mit Kindern nicht funktioniert?

Nein.

Das ist uns bei diesem Vergleich besonders wichtig.

Unsere Erfahrung hängt auch mit der Größe unseres damaligen Wohnmobils und unserer Familiensituation zusammen. Wir brauchten ein Fahrzeug für fünf Personen. Entsprechend groß war das Wohnmobil.

Für zwei Personen mit einem kleineren Camper kann die Situation völlig anders aussehen. Auch wer Fahrräder oder E-Bikes dabeihat oder überwiegend Plätze nutzt, von denen aus alles gut erreichbar ist, wird das Problem möglicherweise überhaupt nicht haben.

Deshalb würden wir niemals pauschal sagen:

Wohnwagen gut, Wohnmobil schlecht.

Wir haben vielmehr festgestellt, dass ein großes Wohnmobil nicht zu unserer Art zu reisen passte.

Auch finanziell sahen wir irgendwann einen Unterschied

Ein weiterer Punkt kam für uns hinzu: die Kosten.

Unser Zugfahrzeug besitzen und nutzen wir ohnehin. Beim Wohnwagen kaufen wir vereinfacht gesagt hauptsächlich unseren mobilen Wohnraum dazu.

Bei einem Wohnmobil kaufen wir dagegen ein weiteres vollständiges Fahrzeug einschließlich Motor und Fahrzeugtechnik.

Und dieses Fahrzeug verursacht auch außerhalb des Urlaubs Kosten – beispielsweise Versicherung, Steuer, Wartung und je nach Situation weitere laufende Kosten.

Wer sein Wohnmobil sehr häufig nutzt, bewertet das möglicherweise völlig anders. Für uns stellte sich aber die Frage, ob wir ein zusätzliches komplettes Fahrzeug besitzen möchten, das einen großen Teil des Jahres nicht genutzt wird.

Auch deshalb erschien uns die Kombination aus ohnehin vorhandenem Zugfahrzeug und Wohnwagen zunehmend sinnvoll.

Unsere nächste Idee: Marco Polo plus Zelt

Nach der Wohnmobilreise dachten wir trotzdem noch nicht sofort an einen Wohnwagen.

Unsere nächste Idee war eigentlich ziemlich einfach.

Wir hatten unseren Marco Polo. Dort gibt es zwei plus zwei Schlafplätze. Also könnten zwei, drei oder vielleicht sogar vier von uns im Fahrzeug schlafen und zusätzlich stellen wir ein Zelt auf.

Im Zelt könnten ein oder zwei von uns schlafen. Gleichzeitig hätten wir dort Platz für Kleidung und andere Dinge.

In der Theorie klang das ziemlich gut.

In der Praxis war die Idee nach dem ersten Aufbau erledigt.

Wir hatten ein Problem gelöst – und uns das nächste geschaffen

Mit dem Marco Polo hatten wir zwar endlich das Mobilitätsproblem gelöst. Wir konnten unseren Campingplatz verlassen und mit einem normalen Fahrzeug überall hinfahren.

Dafür hatten wir plötzlich ein anderes Problem.

Das Zelt.

Moderne Zelte sind sicherlich wesentlich unkomplizierter aufzubauen als viele Modelle von früher. Trotzdem muss ein Zelt aufgebaut, eingerichtet, später wieder ausgeräumt und abgebaut werden.

Für jemanden, der eine oder zwei Wochen am gleichen Ort bleibt, ist das vielleicht überhaupt kein Problem.

Für uns schon.

Wir bleiben häufig nur ein bis drei Tage an einem Ort und fahren dann weiter. Bei unseren Reisetagen liegen oft nur etwa eineinhalb bis drei Stunden Fahrt zwischen zwei Campingplätzen.

Wenn man so reist, wird jeder zusätzliche Auf- und Abbau irgendwann lästig.

Damit hatten wir zwar die Mobilität, die uns beim Wohnmobil gefehlt hatte – aber nicht die unkomplizierte Weiterreise, die wir ebenfalls wollten.

Der Wohnwagen war schließlich die logische Konsequenz

Der Wohnwagen war für uns nicht von Anfang an die Wunschlösung. Eigentlich war er die letzte noch offene Möglichkeit.

Das Wohnmobil war uns am Urlaubsort zu unflexibel. Marco Polo und Zelt hatten dieses Problem zwar gelöst, dafür mussten wir bei jedem Ortswechsel wieder auf- und abbauen.

Auf der Rückfahrt dieses Urlaubs begannen wir deshalb, nach Wohnwagen zu schauen.

Dabei stießen wir auf den Hobby Maxia 660 WQM.

Was uns sofort gefiel, war vor allem der Grundriss: eine große Küche im vorderen Bereich statt mitten im Wohnwagen und dadurch ein ungewöhnlich großzügiger Wohnbereich in der Mitte.

Genau dieser gemeinsame Raum war uns mit den Kindern wichtig.

Bestellt haben wir unseren ersten Wohnwagen an der Fähre

Dann ging es ziemlich schnell.

Wir fanden ein gutes Angebot für ein Lagerfahrzeug – und bestellten unseren ersten Wohnwagen noch telefonisch, während wir an der Fähre auf die Überfahrt warteten.

Erfahrung mit Wohnwagen hatten wir zu diesem Zeitpunkt überhaupt keine.

Wir wussten nur ziemlich genau, was uns bei den bisherigen Varianten gefehlt hatte. Ob der Wohnwagen tatsächlich die richtige Lösung für uns sein würde, konnten wir damals noch nicht wissen.

Heute, nach vielen Reisen und Tausenden Kilometern, wissen wir: Für unsere Art zu reisen war es genau die richtige Entscheidung.

Wohnmobil oder Wohnwagen mit Kindern: Was für uns den Unterschied gemacht hat

Heute fahren wir auf den Campingplatz, stellen den Wohnwagen ab und haben damit unser Zuhause für die nächsten Tage eingerichtet.

Das Auto bleibt unabhängig davon verfügbar.

Wir können morgens spontan entscheiden, irgendwohin zu fahren. Wir können einkaufen, einen Ort besuchen, eine Wanderung machen oder essen gehen, ohne vorher unseren kompletten Campingplatz wieder fahrbereit machen zu müssen.

Und wenn wir nach ein, zwei oder drei Tagen weiterfahren möchten, hängt unser kompletter Wohnraum bereits am Auto.

Genau diese Kombination hatten wir gesucht.

Wie wir heute Camping mit Kindern organisieren, haben wir in unserem ausführlichen Familien-Campingartikel zusammengestellt.

Natürlich hat auch der Wohnwagen Nachteile

So positiv unsere Erfahrungen inzwischen sind: Ein Wohnwagen ist nicht automatisch die bequemere Lösung.

Ein großes Gespann muss man fahren können und wollen. Rangieren, Stellplatzgröße, Zufahrten und die Wahl des Campingplatzes spielen eine größere Rolle.

Auch unterwegs ist ein Gespann weniger flexibel als ein einzelnes Fahrzeug. Und während wir die Fahrt im Wohnmobil als angenehm empfunden haben, sitzen beim Wohnwagen natürlich alle im Zugfahrzeug.

Wir haben deshalb mit der Zeit einiges gelernt und unser Gespann immer stärker an unsere Art zu reisen angepasst.

Welche Dinge sich dabei tatsächlich bewährt haben, zeigen wir in „Unsere Wohnwagen-Ausstattung – was sich auf Reisen wirklich bewährt hat“.

Und weil Stromversorgung für uns gerade auf längeren Reisen ein eigenes Thema geworden ist, erklären wir unsere Lösung separat in „Camping Stromversorgung – so sind wir mit dem Wohnwagen unabhängig unterwegs“.

Wohnmobil oder Wohnwagen mit Kindern – was würden wir heute wählen?

Für unsere Familie ist die Antwort inzwischen eindeutig: der Wohnwagen.

Nicht weil ein Wohnwagen grundsätzlich besser wäre.

Sondern weil wir gerne weiterziehen und gleichzeitig an jedem neuen Ort mobil sein möchten. Wir wollen den Wohnraum abstellen können und trotzdem ein normales Fahrzeug zur Verfügung haben.

Andere Familien reisen völlig anders.

Wer lange an einem Ort bleibt, Fahrräder dabeihat oder mit einem kompakten Wohnmobil unterwegs ist, kann mit einem Wohnmobil genauso glücklich werden. Und wer möglichst wenig rangieren und keinen Anhänger ziehen möchte, wird vielleicht gerade die Einfachheit eines Wohnmobils schätzen.

Deshalb würden wir die Entscheidung heute nicht zuerst von Bettenzahl, Fahrzeuglänge oder Ausstattung abhängig machen.

Die wichtigste Frage wäre für uns:

Wie wollt ihr unterwegs leben, wenn ihr angekommen seid?

Genau dort lag bei uns der entscheidende Unterschied.

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